Für Kaffeeproduzenten steht viel auf dem Spiel. Wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass ihre Produkte den neuen europäischen Anforderungen entsprechen, droht der Verlust des Zugangs zum EU-Markt.
Die europäische Abholzungsverordnung gilt ab dem kommenden Jahr für große und mittlere Unternehmen. Mikro- und Kleinunternehmen erhalten Frist bis zum 30. Juni 2027.
Herkunft
Zentral ist die Herkunft nahezu aller Produkte, auch Holz, Fleisch, Getreide oder Lebensmittel. Exporteure müssen nachweisen können, wo ihr Produkt hergestellt wurde. Dadurch muss eine Kaffeecharge letztlich auf die Farm oder das Feld zurückverfolgt werden können, auf dem die Bohnen angebaut wurden.
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Das führt in kaffeproduzierenden Ländern zu einem umfangreichen Registrierungsprozess. Geographische Koordinaten von landwirtschaftlichen Flächen werden erfasst, und Bauern sowie Plantagen werden digital registriert. Apps, Datenbanken und Karten sollen die Daten liefern, mit denen die Herkunft von Exportpartien überprüft und nachgewiesen werden kann.
Geolokalisierung
Indien forderte letzte Woche Kaffeebauern auf, sich über die India Coffee App zu registrieren. Auch in Indonesien wird an Systemen für Registrierung, Datensammlung und Kontrolle der Produktionskette gearbeitet. Dort wird Geolokalisierung genutzt, um Herkunftsdaten zu stärken, und Produzenten wird geholfen, ihre landwirtschaftlichen Flächen und die Produktion besser zu kartieren.
Ähnliche Vorbereitungen finden in Kaffee- und Agrarländern in Afrika und Südamerika statt. Regierungen, Exporteure, Genossenschaften und andere Organisationen arbeiten an digitaler Registrierung, Schulungen, Kontrollen und Systemen, mit denen Produkte entlang der Handelskette verfolgt werden können. Dabei kommen auch Satellitenbilder und digitale Karten zum Einsatz.
Kleine Bauern
Insbesondere kleine Bauern könnten mit der Umstellung Schwierigkeiten haben. Sie verfügen oft nicht über ausreichend Geld, digitale Mittel oder Möglichkeiten, umfangreiche Daten über ihre Produktion zu erfassen. Deshalb erhalten Produzenten Unterstützung bei der Registrierung, der Kartierung der landwirtschaftlichen Flächen und der Einhaltung der neuen Vorgaben.
Modernisierung
Die neuen Regeln sorgen gleichzeitig in vielen Ländern für eine Modernisierung der Landwirtschafts- und Exportketten. Die digitale Registrierung liefert genauere Informationen über Betriebe und Produktionsgebiete und ermöglicht eine bessere Kontrolle der Herkunft.
Für kaffeexportierende Länder wird damit die Rückverfolgbarkeit zur Voraussetzung, um den Zugang zum europäischen Markt zu behalten. Die Vorbereitung betrifft nicht nur Exporteure, sondern beginnt beim einzelnen Bauern und dessen landwirtschaftlicher Fläche. Für jede Charge muss letztlich deutlich gemacht werden können, woher der Kaffee stammt.

