Siekierski war von 2001 bis 2003 Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium in Warschau und seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union im Jahr 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments. Von 2014 bis 2019 war er dort Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Siekierski ist Mitglied der Polnischen Bauernpartei (PSL). 2019 kehrte er in die polnische Politik zurück und schloss sich der von dem ehemaligen EU-Präsidenten Tusk gegründeten Dreiparteien-Koalition gegen die Regierung der konservativen PiS-Partei an.
Der neue Premierminister bezeichnete das Duo Siekierski-Kołodziejczak als „vielversprechend“: „Polnische Bauern, Einwohner polnischer Dörfer, werden mit Sicherheit erkennen, was ein harter, kompetenter Einsatz für ihre Interessen bedeutet“, erklärte Tusk und wies darauf hin, dass Kołodziejczak einer der Ersten war, der vor den Folgen des Zustroms ukrainischen Getreides über polnisches Gebiet warnte.
Michał Kołodziejczak hat in seiner ersten Amtshandlung als Unterminister eine Anfrage zur Kennzeichnung von Lebensmitteln in polnischen Einzelhandelsketten eingereicht. Kołodziejczak erklärt, dass Einzelhändler Verbraucher täuschen, indem sie auf Etiketten unterschiedliche Preise angeben. Er fordert, dass bei jedem Produkt vermerkt wird, wie viel davon an den polnischen Bauern („Produzenten“) geht.
Das Regierungsabkommen zwischen polnischen Liberalen, dem Dritten Weg und Neuem Links kündigt Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen des Krieges in Ukraine auf die Agrarmärkte an. Der neue Minister enthüllte, dass er erst nach dem dritten Antrag von Donald Tusk der Berufung zum Landwirtschaftsminister zugestimmt habe. Außerdem machte er deutlich, dass er pro-EU eingestellt ist, aber Brüssel auch das noch ungleiche Spielfeld zwischen Polen und der Ukraine im Auge behalten müsse.
„Wirtschaftlich gesehen gehört die Ukraine eigentlich zur Europäischen Union. Hier werden lange Gespräche notwendig sein, denn eine weitere Öffnung des Marktes wäre für die polnischen Bauern fatal. Wir haben einen freien, offenen Markt, aber die Ukraine hält sich nicht an die EU-Verfahren, deshalb sind wir nicht wettbewerbsfähig. Dies ist nicht nur ein sehr großes Problem, sondern auch ein Segen für eine Welt, die Nahrung benötigt“, sagte der neue polnische Landwirtschaftsminister.

