Der ehemalige Premierminister Starmer bot im Buckingham Palace offiziell seinen Rücktritt an, woraufhin Burnham vom König empfangen und gebeten wurde, eine neue Regierung zu bilden. Anschließend begab sich der neue Premierminister zur Downing Street, wo er seine erste Rede als Regierungschef hielt.
Siebter in zehn Jahren
Mit seinem Amtsantritt wird Burnham der siebte britische Premierminister innerhalb von zehn Jahren. Seine Ernennung folgt kurz darauf, dass er ohne Gegenkandidaten zum Vorsitzenden der Labour-Partei gewählt wurde. Da die Regierungspartei innerhalb einer Kabinettsperiode den Vorsitz wechseln kann, war für seine Ernennung keine neue allgemeine Wahl erforderlich.
Burnham kehrte erst kürzlich nach einem gewonnenen Nachholwahlkampf ins Unterhaus zurück. Zuvor war er jahrelang Bürgermeister von Manchester, wo er landesweite Bekanntheit erlangte. In dieser Funktion setzte er sich unter anderem für Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und die Stadtentwicklung ein.
Promotion
Schwierige Dossiers
Der neue Premier steht unmittelbar vor einer Reihe schwieriger Aufgaben. Die britische Wirtschaft kämpft weiterhin mit schwachem Wachstum und viele Haushalte spüren die Folgen der hohen Lebenshaltungskosten. Burnham hat angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen, um den finanziellen Druck auf Familien zu verringern, während er zugleich an früheren Steuerzusagen der Labour-Partei festhält.
Auch die Bildung seines Kabinetts wird viel Aufmerksamkeit erhalten. Besonders die Ernennung eines neuen Finanzministers wird als wichtige erste Entscheidung wahrgenommen. Außerdem muss Burnham ein Ministerteam zusammenstellen, das die verschiedenen Strömungen innerhalb der Labour-Partei repräsentiert.
Außenpolitik
Neben wirtschaftlichen Herausforderungen warten auch komplizierte außenpolitische Dossiers. Der Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten und die Beziehung zu den Vereinigten Staaten erfordern direkte Aufmerksamkeit der neuen Regierung. Gleichzeitig steht die Aufgabe an, Verteidigungsausgaben, Immigration, soziale Leistungen und die Finanzierbarkeit der Regierungspolitik auszubalancieren.
Dezentralisierung
Burnham möchte zudem einen wichtigen Teil seiner politischen Agenda auf Dezentralisierung ausrichten. Er will mehr Befugnisse von der Zentralregierung in London auf Städte und Regionen übertragen, damit lokale Entscheidungsträger mehr Einfluss auf unter anderem Wohnungsbau, Verkehr und wirtschaftliche Entwicklung erhalten. Damit möchte er einen anderen Regierungsstil einführen als in den vergangenen Jahren üblich war.
Für Burnham beginnt damit unmittelbar eine schwere politische Aufgabe. Nach Jahren als Bürgermeister und einer schnellen Rückkehr in die nationale Politik steht er nun an der Spitze einer Regierung, die mit wirtschaftlicher Unsicherheit, gesellschaftlichem Druck und internationalen Herausforderungen konfrontiert ist. Seine ersten Entscheidungen werden maßgeblich den Kurs seines neuen Kabinetts bestimmen.

