Die vier Transporteure haben zwölf Monate Zeit, ihre Transporte anders zu organisieren. Danach kann eine Zwangsgeldzahlung von 3.000 Euro pro Transport folgen. Bei weiteren Verstößen kann sich der Betrag schrittweise auf bis zu 27.000 Euro erhöhen.
Der Inspektionsdienst der niederländischen Lebensmittel- und Warenbehörde verhängt gegen die vier Unternehmen eine Anordnung mit Zwangsgeld. Die Maßnahme richtet sich gegen den Transport von nicht abgesetzten Kälbern aus Irland, per Schiff nach Frankreich und anschließend über die Straße in die Niederlande.
Großer Abnehmer
Die Niederlande sind ein bedeutendes Ziel für irische Kälber. Die jungen Tiere stammen aus der irischen Milchviehwirtschaft und werden in die Niederlande gebracht, um Kalbfleisch zu produzieren. Tierschutzorganisationen warnen, dass langfristiger Nahrungsmangel den jungen Tieren schaden kann.
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Auch irische und britische Fährdienste stehen unter Druck. Brittany Ferries hat beschlossen, den Transport lebender Nutztiere von Irland nach Frankreich einzustellen. Die niederländische Kälberbranche möchte den Import irischer Kälber spätestens bis 2028 beenden.
Maximal 12 Stunden
Ein wichtiges rechtliches Problem für die Niederlande ist, dass ein großer Teil der Reise außerhalb des niederländischen Staatsgebiets stattfindet. Daher kann der Inspektionsdienst den internationalen Transport nicht einfach selbst verbieten und sucht nach Möglichkeiten, innerhalb der europäischen Regeln zu handeln.
Es handelt sich um sehr junge Kälber, die noch auf Milch angewiesen sind. Während der etwa neunzehnstündigen Seereise zwischen Irland und Frankreich erhalten sie keine Milch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass zwischen zwei Milchmahlzeiten nicht mehr als zwölf Stunden liegen sollten.
Ernährung
Nach Angaben des niederländischen Inspektionsdienstes leiden die jungen Tiere unnötig, weil sie während der langen Reise nicht rechtzeitig gefüttert werden. Das Füttern unterwegs ist laut NVWA schwer umsetzbar. Die jungen Tiere können noch nicht selbstständig trinken und müssen individuell unterstützt werden. Daher bietet auch ein Lastwagen mit einem Fütterungssystem nicht unbedingt eine Lösung für einen Transport mit vielen Kälbern.
Der Aufsichtsbehörde ist es daher wichtig, die Durchsetzung für den gesamten Transportvorgang von Irland in die Niederlande zu gewährleisten. Die NVWA hatte zuvor versucht, ein Transportverbot in den Niederlanden zu verhängen, doch fehlte dafür nach Angaben der Behörde die rechtliche Grundlage.
Irland und die niederländischen Aufsichtsbehörden sind zudem unterschiedlicher Auffassung bezüglich der europäischen Vorschriften. Irische Behörden und Transporteure vertreten die Ansicht, dass der Export gesetzlich reguliert und erlaubt ist.

