Niederländische Landwirtschaftsexperten werden Kuba dabei unterstützen, die landwirtschaftliche Produktion auf versalzenen Anbauflächen zu verbessern. Anfang dieses Monats hat die niederländische Organisation The Salt Doctors eine erste Studie an einigen potenziellen Standorten in Kuba durchgeführt. Das berichtet der Newsletter von Agroberichtenbuitenland.nl
The Salt Doctors entstand aus dem Zilt Proefbedrijf auf Texel. Arjen de Vos ist einer derjenigen, der mit seinem Wissen aus dem Versuchsbetrieb nun Projekte in Ländern wie Bangladesch, Tunesien, Ägypten und Südafrika initiiert.
Der niederländische Landwirtschaftsrat Erik Plaisier ist eng in die Suche nach Lösungen für die Versalzungsprobleme in Kuba eingebunden. Er ist überzeugt, dass die kubanische Lebensmittelproduktion mit niederländischem Wissen, Material und Technologie deutlich gesteigert werden kann.
Die Hoffnung besteht, dass die Untersuchungsmission innerhalb weniger Monate zu konkreten Vereinbarungen mit den kubanischen Behörden führt, wie etwa der Einrichtung eines Pilotprojekts. Dafür wurden bereits Kontakte mit Vertretern der FAO und der EU geknüpft.
In Kuba sind etwa 1 Million Hektar Ackerland bereits stark versalzen, und möglicherweise kommt nochmals eine Million Hektar hinzu. Die Versalzung in wichtigen Landwirtschaftsregionen südlich von Havanna führt zu geringeren Erträgen bei allen landwirtschaftlichen Kulturen – von Kartoffeln bis Rüben und von Karotten bis Kohl. „Für Kuba, das viele Lebensmittel importiert, ist das also ein enormes Problem.“
De Vos: „Der Kartoffelertrag liegt in versalzenen Gebieten bei etwa 22 Tonnen pro Hektar, während 30 bis 35 Tonnen erreichbar wären, wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift. Mit salztoleranten Sorten und angepassten Anbautechniken kann die Produktion deutlich erhöht werden. Mit unseren Erfahrungen auf Texel und in zahlreichen anderen Ländern können wir die richtige Kombination aus Maßnahmen und Sorten anbieten.“
Der Import von salztolerantem Ausgangsmaterial wie Saatgut und Pflanzkartoffeln erfordert die Mitarbeit der kubanischen Regierung. De Vos ist diesbezüglich recht optimistisch. „Mitarbeiter des kubanischen Landwirtschaftsministeriums haben an der Mission teilgenommen, sie wissen, dass Maßnahmen notwendig sind, und erkennen jetzt, dass wir Lösungen bieten können.“
Landwirtschaftsrat Plaisier erwartet wenig Probleme bei der Einfuhr des geeigneten Ausgangsmaterials. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, und dafür seien die Importbestimmungen in Kuba seiner Einschätzung nach im Allgemeinen lockerer.

