Die weltweite Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie steht in den kommenden zehn Jahren vor grundlegenden Herausforderungen, um eine immer gröĂer werdende Bevölkerung nachhaltig ernĂ€hren zu können. Das sagen die OECD und die FAO in ihrem jĂ€hrlichen gemeinsamen Lebensmittel-Ausblick.
Die beiden Organisationen weisen vor allem auf die Klimakrise und die wirtschaftlichen Folgen des russischen Krieges in Ukraine hin.
Die ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geben eine kurzfristige EinschĂ€tzung der Auswirkungen des Krieges auf die globalen AgrarmĂ€rkte und die ErnĂ€hrungssicherheit.
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Die Preise fĂŒr Weizen können 19 % ĂŒber dem Niveau vor dem Konflikt liegen, falls die Ukraine ihre Exporte vollstĂ€ndig verliert, und 34 % höher, wenn die russischen Exporte zur HĂ€lfte ausfallen.
Dieses dĂŒstere Szenario deutet auch auf einen weiteren Anstieg der Zahl chronisch unterernĂ€hrter Menschen weltweit hin. âOhne Frieden in der Ukraine werden die Herausforderungen fĂŒr die ErnĂ€hrungssicherheit weiter zunehmen, vor allem fĂŒr die Ărmsten der Weltâ, sagte Mathias Cormann, GeneralsekretĂ€r der OECD. âDie steigenden Preise fĂŒr Lebensmittel, DĂŒngemittel, Futtermittel und Treibstoff verursachen weltweit menschliches Leidâ, ergĂ€nzte auch FAO-Generaldirektor QU Dongyu.
Im kommenden Jahr könnten 19 Millionen Menschen mehr von chronischer UnterernÀhrung betroffen sein. Laut dem Ausblick wird der weltweite Lebensmittelverbrauch in den nÀchsten zehn Jahren voraussichtlich um 1,4 % pro Jahr zunehmen, vor allem durch das Bevölkerungswachstum. Die meiste zusÀtzliche Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird aus LÀndern mit niedrigem und mittlerem Einkommen kommen.
In den kommenden zehn Jahren wird die weltweite landwirtschaftliche Produktion voraussichtlich um 1,1 % pro Jahr wachsen, vor allem in LĂ€ndern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Ein anhaltender Anstieg der Preise fĂŒr Energie und landwirtschaftliche Betriebsmittel â wie DĂŒngemittel â wird jedoch die Produktionskosten erhöhen und die ProduktivitĂ€t in den nĂ€chsten Jahren einschrĂ€nken können.
Der Ausblick betont auch den groĂen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel. Die direkten Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft werden um etwa 6 % zunehmen, wobei die Viehhaltung fĂŒr 90 % dieser zusĂ€tzlichen Verschmutzung verantwortlich ist. Es werden gröĂere Anstrengungen des Agrarsektors erforderlich sein, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, heiĂt es im Bericht.

