Russland sollte dem Beispiel Irans folgen und die Verantwortung für das Abschießen von MH17 anerkennen. Das sagte der niederländische Minister Stef Blok (Außenministerium) bei einem Treffen mit seinem kanadischen Amtskollegen über die kürzliche Flugzeugkatastrophe im Iran.
Letzte Woche gab Iran nach zwei Tagen des Leugnens zu, verantwortlich für das versehentliche Abschießen eines ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran zu sein. Dies geschah inmitten steigender militärischer Spannungen nach einem US-Angriff auf einen hohen iranischen Militärführer in Bagdad.
Niederländische Abgeordnete bezeichneten den Aufruf von Minister Blok als sehr berechtigt, da die russische Beteiligung am Abschuss der malaysischen MH17 über Ostukraine bereits mehrfach durch verschiedene Instanzen belegt wurde. Trotzdem weigert sich Russland bislang jegliche Mitverantwortung oder Haftung anzuerkennen. Es könnte zusätzlichen Gewicht erhalten, wenn Minister Blok auch dafür sorgt, dass alle europäischen Minister sich hinter diesen Aufruf an Moskau stellen, als starkes Signal an Präsident Putin, so wurde gesagt.
Ende letzten Jahres fand erstmals ein offizieller diplomatischer Austausch über MH17 zwischen Niederlande und Russland statt. Bisher weist Moskau jede Verantwortung und/oder Haftung zurück und erhebt Vorwürfe gegen die internationalen JIT-Experten, die den Abschuss von MH17 untersucht haben. Seitens der Niederlande wurde dem Kreml bereits klargemacht, dass es noch immer nicht zu spät für eine öffentliche Entschuldigung an die Hinterbliebenen ist.
Im März beginnt in den Niederlanden der Prozess gegen vier Verdächtige wegen ihrer Beteiligung an dem Anschlag mit der russischen BUK-Rakete auf die MH17. Dafür wurden drei Ukrainer und ein Russe von der niederländischen Justiz vorgeladen, doch es ist fraglich, ob sie zu ihrem Prozess erscheinen werden. In diesem Fall wird gegen sie im Abwesenheitsverfahren verhandelt.
Worauf sich die Verdachtsmomente gegen die vier Männer genau beziehen, wird erst bei der Verlesung der Anklageschrift bekanntgegeben. Der Prozess findet in dem schwer bewachten Gericht auf dem Gelände des Flughafens Schiphol statt. Zuvor wurde berichtet, dass die vier Verdächtigen auf irgendeine Weise in den Transport der BUK-Rakete von Russland zum endgültigen Abschussort in der Ostukraine verwickelt waren.
Minister Blok hält eine sorgfältige Untersuchung des iranischen Abschusses des ukrainischen Flugzeugs, in dem auch dutzende iranisch-kanadische Passagiere saßen, für äußerst wichtig. Die Niederlande haben Kanada angeboten, Erfahrungen und Expertise im Umgang mit der Katastrophe MH17 mit den Kanadiern und Iranern zu teilen. Der kanadische Premier Justin Trudeau sprach diesbezüglich auch mit Premierminister Rutte.
Premier Rutte betonte unter anderem, wie wichtig es ist, Informationen mit den trauernden Familien zu teilen, und dass direkte Kontakte zu allen Parteien wichtig sind. In einer Erklärung drückte Rutte sein Mitgefühl gegenüber dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau aus und erklärte, die Forderung Trudeaus zu unterstützen.

