Die russische Armee hat die ukrainische Schlangeninsel verlassen. Laut dem russischen Verteidigungsministerium geschieht dies, um zu zeigen, dass Russland bereit ist, bei der Durchlassung von ‚agrarischen Produkten‘ mitzuwirken.
Die Räumung könnte ein erster Schritt zur Freigabe der Getreideexportwege über das Schwarze Meer sein. Die Schlangeninsel ist eine kleine Insel von nur 660 Metern Länge und 440 Metern Breite im Schwarzen Meer. Sie stellt den südwestlichsten Teil des ukrainischen Staatsgebiets dar, etwa 30 Kilometer vor der Küste im Schwarzen Meer, auch ganz in der Nähe der Küste von Rumänien.
Die Insel hat eine strategische Lage, weshalb russische Kriegsschiffe vom Hafen auf der Insel aus den Zugang zu den südukrainischen Seehäfen blockieren. Die Ukraine erklärt, dass die russische Armee nicht freiwillig zurückgezogen sei, sondern durch ukrainische Bombardierungen vertrieben wurde.
Hinter den Kulissen wird seit Monaten über eine freie Durchfahrt zu den ukrainischen Häfen verhandelt, um das aufgestaute Getreide aus dem Land zu bekommen. Nun scheint die Türkei als Vermittler die Führung zu übernehmen, und die Niederlande bieten Hilfe bei der Räumung von Seeminen auf den Schifffahrtswegen an. Doch bevor dies möglich ist, muss ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine über einen sogenannten Seekorridor erzielt werden.
„Wenn wir eine Rolle spielen können, sind wir dazu gerne bereit“, sagte Verteidigungsministerin Kajsa Ollongren am Donnerstag während des NATO-Gipfels in Madrid. Der niederländische Premierminister Mark Rutte nannte das NATO-Treffen „völlig historisch“. Der wesentliche Grund dafür ist die Aufstockung der militärischen Organisation von 40.000 auf 300.000 aktive Soldaten.
US-Präsident Biden kündigte an, dass die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in Europa ausbauen werden. Dies bedeutet, dass ein dauerhaftes Hauptquartier für das US-Heereskorps in Polen eingerichtet wird.

