Russland verknüpft die Mitwirkung an der Wiederaufnahme des ukrainischen Getreideexports über das Schwarze Meer mit der Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den russischen Agrarexport. Präsident Putin führte dazu am Dienstag in Teheran Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen Erdogan.
Die militärische Intervention Russlands in Ukraine hat den Versand eines der weltweit größten Exporteure von Weizen und anderem Getreide behindert, was Ängste vor globalen Nahrungsmittelknappheiten ausgelöst hat.
Ukraine und Russland führen unter der Vermittlung der Türkei und der UNO Gespräche, um den wichtigen Getreideexport zu ermöglichen. „Wir werden den Export ukrainischen Getreides erleichtern, gehen jedoch davon aus, dass alle Beschränkungen für mögliche Lieferungen zum Export von russischem Getreide aufgehoben werden“, sagte Putin den Reportern in Teheran nach Gesprächen mit den Präsidenten von Iran und Türkei.
Der russische Außenminister Lawrow erklärte, Moskau habe den „Grundprinzipien“ eines Getreideabkommens zugestimmt, aber die ukrainischen Verhandler hätten sich geweigert, eine Klausel aufzunehmen, die den russischen Agrarexport schützt.
Daher habe Russland UNO-Generalsekretär António Guterres gebeten, in den Getreidegesprächen zu vermitteln. Putin sagte, die USA hätten bereits einige Sanktionen aufgehoben, insbesondere gegen den Export von russischem Dünger.
Wenn Washington die Verbesserung der Weltmarktlage wirklich wolle, müsse es auch die Strafmaßnahmen gegen den russischen Getreideexport aufheben, so Putin.
Als Beitrag zu den Verhandlungen in Istanbul machte das US-Finanzministerium vergangene Woche deutlich, dass Beteiligung am russischen Dünger- und Getreideexport nicht bedeutet, dass Sanktionen verletzt werden.
Außerdem haben die Vereinigten Staaten diese Woche die zuvor verhängten Einfuhrzölle für russische Düngemittelrohstoffe gelockert. Auch in der Europäischen Union wird über eine Ausweitung der Möglichkeiten für den Düngerimport diskutiert.

