Das türkische Parlament hat mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das entwaffneten PKK-Mitgliedern unter bestimmten Bedingungen eine Rückkehr ins zivile Leben ermöglicht. Die Position des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan bleibt jedoch ein bedeutender Streitpunkt.
Neues türkisches Gesetz bietet rechtlichen Rahmen für Entwaffnung und Friedensprozess rund um die PKK.
Das Gesetz stellt den ersten konkreten gesetzlichen Schritt im Friedensprozess bezüglich der PKK dar. Die Regelung soll einen rechtlichen Rahmen für die Folgen der Entwaffnung und Auflösung der Organisation bieten. Die Regelung ist ausdrücklich keine allgemeine Amnestie. Strafverfolgungen und Haftstrafen für bestimmte, mit der PKK zusammenhängende Straftaten können für fünf bis zehn Jahre ausgesetzt werden.
Hindernis
Bemerkenswert ist, dass das Gesetz nichts bezüglich Abdullah Öcalan regelt. Der 77-jährige Gründer der PKK sitzt bereits seit 27 Jahren im Gefängnis. Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz erklärte, dass Öcalans Fall nicht unter dieses Gesetz falle, obwohl er zum Friedensprozess beitragen könne.
Gerade dies droht ein wichtiges Hindernis zu werden. Die PKK-Führung hat gewarnt, dass der Ausschluss Öcalans für sie eine rote Linie darstellt. Ohne Bedingungen, unter denen er frei leben und arbeiten kann, können nach Ansicht der Bewegung wichtige Teile des Friedensprozesses nicht umgesetzt werden.
In der Politik
Die PKK fordert zudem Möglichkeiten zur politischen Teilhabe. Die Bewegung warnt davor, dass Kämpfer nicht in die Türkei zurückkehren werden, wenn sie dort aufgrund ihrer früheren Verbindungen oder Äußerungen erneut verhaftet werden. Die PKK sieht zudem das neue Gesetz nur als Anfang weiterer politischer Veränderungen.
Öcalan hatte im Februar 2025 zum Waffenstillstand aufgerufen und die Auflösung der PKK gefordert. Die Organisation kündigte daraufhin einen Waffenstillstand an und gab später ihre Auflösung bekannt. Im Juli 2025 zerstörten dreißig PKK-Kämpfer bei einer Zeremonie in Sulaimani symbolisch ihre Waffen.
Ausnahmen
Die neue Regelung kann erst vollständig angewandt werden, nachdem offiziell festgestellt wurde, dass die PKK und angeschlossene Organisationen tatsächlich aufgelöst wurden und ihre Waffen sowie Munition abgegeben haben. Für bestimmte Straftaten, darunter Mitgliedschaft, Führung, Unterstützung der Organisation und Propaganda, kann die Strafverfolgung anschließend ausgesetzt werden.
Schwere Gewalttaten fallen nicht unter die Regelung. Personen, die an Mord beteiligt waren, können diese nicht in Anspruch nehmen. Für andere ehemalige PKK-Mitglieder soll das Gesetz jedoch einen Weg zur Rückkehr und Wiedereingliederung in das zivile Leben in der Türkei eröffnen.
Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.