Die Weltmarktpreise für Agrarprodukte verzeichneten im Juli erstmals seit sieben Monaten einen leichten Anstieg (+1,3 %). Damit stieg der FAO-Lebensmittelindex auf 123,9 Punkte. Das ist allerdings immer noch 11,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr.
Ein entscheidender Faktor war laut FAO ein plötzlicher Anstieg des Preisindex für pflanzliche Öle, der nach sieben aufeinanderfolgenden Monaten mit Rückgängen um 12,1 Prozent deutlich anstieg. Dies spiegelte vor allem die Preissteigerung für (ukrainisches) Sonnenblumenöl um mehr als 15 Prozent wider.
Die Marktexperten führen den Anstieg der Lebensmittelpreise nicht nur auf das Ende des Getreideabkommens zurück, sondern vor allem auf neue Handelsbeschränkungen in Indien für den Reisexport. Das indische Exportverbot gilt für alle Reissorten außer Basmati-Reis, gebrochenem Reis und einigen Sorten von vorgekochtem Reis. Die Maßnahme betrifft etwa die Hälfte aller Exporte aus dem asiatischen Land, das für über 40 Prozent des weltweiten Reisexports verantwortlich ist.
Der FAO-Index für Reis stieg im Juli im Vergleich zum Juni „nur“ um 2,8 %, im Vergleich zum Vorjahr jedoch um beeindruckende 19,7 % und erreichte damit das höchste Niveau seit September 2011 (= Terroranschläge auf die Twin Towers in New York). Dieser Aufwärtsdruck bei den Reispreisen „führt zu erheblichen Sorgen um die Ernährungssicherheit eines großen Teils der Weltbevölkerung, insbesondere der Ärmsten“, warnte die FAO.
Dem FAO-Monatsbericht zufolge stiegen die internationalen Weizenpreise um 1,6 % – ihren ersten Anstieg seit neun Monaten – als Folge von Unsicherheiten bezüglich der Exportmöglichkeiten aus Ukraine und anhaltend trockenen Bedingungen in Nordamerika. Ein Rückgang von 4,8 % bei den internationalen Notierungen für Grobgetreide infolge einer höheren saisonalen Maislieferung aus den laufenden Ernten in Argentinien und Brasilien führte zu einem Rückgang des Getreidepreisindex um 0,5 %.
Der Milchpreisindex sank um 0,4 % und liegt nun 20,6 % unter dem Niveau von 2022. Die Weltmarktpreise für Käse erholten sich leicht, nachdem das warme Wetter die saisonal bedingte sinkende Milchmenge in Europa beeinflusst hatte.
Die Notierungen für Rind-, Schaf- und Geflügelfleisch sanken im Juli aufgrund eines soliden Angebots und in manchen Fällen geringerer Nachfrage wichtiger Importländer. Dies führte zu einem Rückgang des Fleischpreisindex um 0,3 %. Die Preise für Schweinefleisch stiegen hingegen an, was laut FAO die hohe saisonale Nachfrage in Kombination mit weiterhin knappen Vorräten in Westeuropa und den USA widerspiegelt.

