Die Aktion erfolgte nach einer gemeinsamen Operation belgischer und französischer Streitkräfte. Spezialeinheiten gingen per Hubschrauber an Bord des Öltankers. Laut dem belgischen Verteidigungsminister wurde der Tanker anschließend unter Eskorte nach Zeebrugge geleitet.
An der Operation, die den Namen „Blue Intruder“ erhielt, waren Dutzende Militärangehörige beteiligt. Es wurden mehrere Hubschrauber eingesetzt, darunter auch Maschinen aus Frankreich. Auch ein belgisches Patrouillenschiff und eine Drohne waren Teil der Operation.
Schattenflotte
Der Tanker wird mit der russischen Schattenflotte in Verbindung gebracht. Diese Flotte besteht aus Schiffen, die nach Ansicht westlicher Länder eingesetzt werden, um russisches Öl trotz internationaler Sanktionen zu transportieren. Im Dezember hatte die Europäische Union rund sechshundert Schiffe als Teil dieser Flotte benannt.
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Die Beschlagnahme fügt sich in umfassendere internationale Bemühungen ein, den russischen Ölexport einzuschränken. Während der jüngsten Sicherheitskonferenz in München sprachen die Verbündeten der Ukraine über die Demontage der Schattenflotte. Dabei wurde unter anderem auf die Aufspürung der Eigentümer hinter ausländischen Flaggen und die Verschärfung der Überwachung verdächtiger Schiffe hingewiesen.
In den Vereinigten Staaten liegen Gesetzesvorlagen bereit, die Sanktionen gegen die russische Schattenflotte ausweiten sollen. Senatoren beider Parteien haben angegeben, dass diese Vorhaben breite Unterstützung haben können. Zudem wurde über das Entern und die Beschlagnahmung von Tankern gesprochen, falls dies für notwendig gehalten wird.
Neue Sanktionen
Auch europäische Maßnahmen sollen verschärft werden. Ein neues Sanktionspaket zielt darauf ab, maritime Dienstleistungen für russische Öltanker einzuschränken. Dabei wurde erörtert, dass die Unterstützung der G7 keine absolute Voraussetzung für weitere Schritte sein muss.
Nach Angaben amerikanischer Senatoren und europäischer Politiker sollen die Maßnahmen dazu dienen, Moskaus Einnahmen aus dem Ölexport zu begrenzen. Diese Einnahmen gelten als wichtig für die Finanzierung des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Mit dem Vorgehen auf See verlagert sich die Strategie ihrer Ansicht nach von rein formalen Sanktionen hin zur aktiven Durchsetzung.

