Ägypten hat einem russischen Frachtschiff mit 30.000 Tonnen Weizen den Zugang zum Hafen von Alexandrien verweigert, da die Ladung vermutlich von den Russen in der Ukraine gestohlen wurde.
Das Schiff hatte die Ladung im April im Hafen von Sewastopol auf der Krim aufgenommen und ist inzwischen weiter zum syrischen Hafen Latakia gefahren. Auch dort wird die Ladung bislang nicht gelöscht.
Nachdem die Ukraine erklärt hatte, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das Getreide aus von Russland besetzten Gebieten stammt, weigerten sich die beiden Länder, die Ladung des Schiffes zu kaufen. Laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform suchen derzeit zwei weitere Schiffe im Mittelmeer ebenfalls nach Käufern für „geplündertes Getreide“.
Der ukrainische Außenminister Dmitry Kuleba beschuldigte Moskau, ein „dreifacher Krimineller“ zu sein. Zuerst bombardierte Russland Syrien, dann besetzte es einen Teil der Ukraine und will nun den gestohlenen ukrainischen Weizen nach Syrien verkaufen.
Minister Kuleba erinnerte potenzielle Käufer daran, dass jeder, der am Verkauf, Transport und Kauf beteiligt ist, sich der Mittäterschaft an dem Verbrechen schuldig macht. Seiner Aussage zufolge hat Russland bereits bis zu 500.000 Tonnen Weizen aus der Ukraine gestohlen, und es ist davon auszugehen, dass jedes Frachtschiff, das derzeit in Sewastopol anlegt, gestohlene Waren enthält.
Ukrainischen Behörden und Open-Source-Untersuchungen zufolge ist das betreffende Handelsschiff eines von mindestens drei Schiffen, die in den Handel mit gestohlenem Getreide verwickelt sind. Das Unternehmen, das Eigentümer des Schiffes ist, steht laut CNN nicht auf internationalen Sanktionslisten.
Die von Russland besetzte Halbinsel Krim produziert aufgrund mangelhafter Bewässerungssysteme selbst nicht viel Weizen. Laut ukrainischen Behörden werden aktuell Tausende Tonnen Getreide per LKW auf die Krim transportiert.

