Die Balkanländer Serbien, Albanien und Nordmazedonien haben ihre gegenseitigen Zollkontrollen für Gemüse, Fleisch und natürliche Produkte abgeschafft. Für Lastwagen wird es an den Zollstationen eine eigene Spur geben, damit sie nicht länger stundenlang in der Schlange stehen müssen.
Die drei Länder haben bereits alle erforderlichen Dokumentationen bezüglich phytosanitären und veterinärmedizinischen Zertifikaten, Verfahren, Listen von Pflanzen- und Tierkrankheiten sowie Laboranalysen harmonisiert. Damit machen sie einen weiteren Schritt hin zu mehr Freihandel entsprechend den Richtlinien der Europäischen Union.
Im Jahr 2013 wurde Kroatien als erstes von sieben Balkanländern in die EU aufgenommen; Montenegro, Serbien, die Republik Nordmazedonien und Albanien stehen auf der Nominierungsliste für eine Mitgliedschaft. Mit Montenegro und Serbien sind bereits Beitrittsverhandlungen aufgenommen worden. Bosnien und Herzegowina sowie Kosovo sind potenzielle Kandidaten für eine Mitgliedschaft.
In den kommenden Jahren ist allerdings keine Aufnahme neuer EU-Mitglieder zu erwarten. Innerhalb der EU mehren sich die Stimmen, die zunächst die eigene EU-Organisation modernisieren wollen, einschließlich Aufgabenbereich, Befugnisse und Finanzierung. Diesbezüglich sollen in diesem Jahr Entscheidungen getroffen werden. Einige EU-Mitgliedstaaten haben sich klar gegen eine weitere Erweiterung der EU ausgesprochen.
Seit Anfang dieses Jahres passieren Lastwagen mit landwirtschaftlichen Produkten aus diesen drei Ländern die Grenzkontrollstellen ohne Wartezeiten. Ein Vorteil der Vereinbarung ist, dass die Märkte in Serbien, Albanien und Nordmazedonien über einen längeren Zeitraum mit Saison-Gemüse und -Obst versorgt werden, die früher in Albanien oder Nordmazedonien reifen und später in Serbien.
Im vergangenen Dezember trafen sich die Präsidenten der drei Länder in Tirana, um eine Vereinbarung über den freien Zugang zum Arbeitsmarkt im westlichen Balkan zu unterzeichnen. Die Vereinbarung wird die Einführung einer einheitlichen Arbeitserlaubnis für alle drei Länder ermöglichen. Während des Open Balkan-Gipfels in Tirana unterzeichneten die drei Regierungschefs außerdem eine Vereinbarung zur Einführung eines elektronischen Systems zur Passidentifikation für den westlichen Balkan.

