Die Ukraine hat mit dem Export von Getreide über den rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta begonnen. Am Donnerstag wurde ein erstes Schiff mit 71.000 Tonnen Getreide verschifft. Bislang wurden etwa 80.000 Tonnen ukrainisches Getreide nach Constanta transportiert, weitere 80.000 Tonnen sind genehmigt und unterwegs.
„Dies ist das erste Panamax-Schiff mit ukrainischem Mais, das den Hafen verlässt“, sagte die Hafenleitung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das Schiff heißt Unity N, laut einem Augenzeugen. Diese Woche wird ein zweites Schiff beladen.
Da die Seehäfen an der Südküste der Ukraine durch den russischen Krieg blockiert sind, ist die Ukraine gezwungen, Exportlieferungen per Zug zu transportieren. Dies ist über Polen zu litauischen Häfen an der Ostsee möglich oder auf dem Landweg bzw. über Flusshäfen nach Rumänien. Gestern gab auch Bulgarien bekannt, dass ukrainisches Getreide künftig ebenfalls über den bulgarischen Hafen Varna exportiert werden kann.
„Die Unterstützung der ukrainischen Getreideexporte bedeutet, eine Welle weltweiten Hungers zu verhindern, die durch die russische Blockade ukrainischer Häfen verursacht wird“, sagte der Betreiber des rumänischen Hafens. Comvex betreibt Europas schnellst ladende Getreideterminal, das bis zu 70.000 Tonnen pro Tag verarbeiten kann.
Anfang letzter Woche schloss der rumänische Hafen die Verschiffung von etwa 35.000 Tonnen ukrainischem Eisenerz ab, und ein zweites Schiff soll voraussichtlich um den 15. Mai geladen werden.
Der Hafen begrüßte Pläne der rumänischen Regierung, mehrere Eisenbahnlinien zu sanieren, die die Häfen mit den ukrainischen Grenzen verbinden. Am Donnerstag beschuldigte die Ukraine Russland, Getreide in besetzten Kriegsgebieten gestohlen zu haben.

