Der US-Präsident Joe Biden erklärte vergangene Woche, dass er „bald“ eine kleine Anzahl von Soldaten in osteuropäische Länder und NATO-Verbündete entsenden werde. Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor bereits 8500 amerikanische Soldaten in Bereitschaft für den Einsatz in Osteuropa versetzt.
Estland, Lettland und Litauen schicken Panzerabwehr- und Flugabwehrraketen in die Ukraine, und Tschechien Artilleriegranaten. Die drei Ostseestaaten, die früher unter sowjetischer Herrschaft standen, teilten in einer Erklärung mit, dass sie amerikanische Javelin- und Stinger-Raketen senden würden, nachdem sie hierfür die Erlaubnis aus Washington erhalten hatten. Estland wird Javelin-Panzerabwehrraketen liefern, Lettland und Litauen Stinger-Flugabwehrraketen.
Das Vereinigte Königreich bereitet sich auf einen „großen“ Militäreinsatz in Europa vor. Das Land erwägt, der NATO eine große Anzahl von Truppen, Waffen, Kriegsschiffen und Flugzeugen anzubieten. Premierminister Boris Johnson möchte damit ein „deutliches Signal“ an den Kreml senden.
Es handelt sich um eine Verdopplung der rund 1150 britischen Truppen, die derzeit bereits in osteuropäischen Ländern stationiert sind. Aber auch „Verteidigungswaffen“, die nach Estland geschickt werden können. Das britische Flugzeugträger HMS Prince of Wales steht zudem in Bereitschaft, „innerhalb von Stunden“ eingesetzt zu werden, falls sich die Spannungen weiter verschärfen, hieß es im Büro des Premierministers.
Tschechien wird Artilleriegranaten liefern, sagte Verteidigungsministerin Jana Černochová. Die Regierung muss die Entscheidung noch genehmigen. Der tschechische Außenminister Jan Lipavský warf Russland „Erpressungstaktiken“ gegen die Ukraine vor. Man bereite sich auf das „schlimmste mögliche Szenario“ vor und sei bereit, weitere Sanktionen gegen Moskau zu unterstützen. Beide Politiker äußerten die Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Krise.

